Gartenberichte & Gemüserezepte

aus unserem naturnahen Hausgarten

In Südniedersachsen

„Im Garten wächst mehr, als man gesät hat.“

~ aus England

Herzlich willkommen und hereinspaziert, folge einfach dem Gartenweg. Aber pass bitte auf wohin du trittst, hier kriechen überall kleine Schnecken herum! Die bunten Exemplare wurden vom Künstler OTTMAR HÖRL gestaltet und tun nix, die wollen nur spielen. Falls du lebendige Nacktschnecken beim Gartenrundgang siehst, darfst du sie gerne einsammeln und mitnehmen. 
Ich bin an einem Austausch mit anderen Gärtnerinnen & Gärtnern ~ online und auch im realen Leben ~ sehr interessiert.
Hinterlass mir dafür einfach einen Kommentar oder eine Schneckenpost per Kontaktformular, nachdem du dich hier in Ruhe umgesehen hast.
Warum u.a. das Gärtnern Dopamin (super Stoff!) erzeugen und dir & mir durch die Corona-Krise helfen kann, erklärt uns Trend- und Zukunftsforscher MATTHIAS HORX
Sehr lesenswert ist auch dieser Artikel von JENNIFER ATKINSON in dem es heißt:„Today, what drives people to garden may not be the fear of hunger so much as hunger for physical contact, hope for nature‘s resilience and a longing to engage in work that is real.“

Spannende Gärtnerinnen & Gärtner findest du in der Sammlung GARDENS IN THE TIMES OF CORONA, die Ruthild und Anke dankenswerterweise gestartet haben.
Und den Ansatz des Gartentherapeuten ANDREAS NIEPEL, dass der Garten das perfekte „Übungsgelände für Katastrophen aller Art“ ist, kann ich nur bestätigen. 

Allzeit eine Handbreit Erde unterm Spaten, 
Stefanie 



Als Kind bin ich in den 70er Jahren barfuß durch unseren Garten hinterm Haus spaziert, habe Schneckenrennen veranstaltet, sonnenwarme Erdbeeren direkt aus dem Beet genascht und am liebsten zuckersüße grüne Erbsen aus den Schoten gepult. Die Obstbäume waren zum Klettern da und alles was nicht während der Gartensaison aufgegessen wurde, kochten meine Oma und meine Mutter in großen Weck-Gläsern ein. Im Keller stand für die Vorratshaltung eine hölzerne Kartoffelkiste bereit. Gelbe Wachsbohnen vereinten sich im Sommer mit Zwiebeln und Schmand zu einem erfrischenden Bohnensalat. Im Winter gab es zum Nachtisch das eingekochte köstliche Birnenkompott. Die Süßkirschen verloren im Glas irgendwann ihre Farbe und sahen nicht mehr so lecker aus, gegessen wurden sie natürlich trotzdem. Die Wertschätzung für selbsterzeugte Lebensmittel war damals selbstverständlich, heute wird sie durch Lebensmittelretter wiederentdeckt. Viele der Gartengeräte die ich aktuell benutze, hielten schon meine Großeltern und auch die Eltern in ihren Händen. Das Gärtnern schafft in unserer Familie Verbindung über Generationen hinweg. Zwischenzeitlich waren die Gemüsebeete aus unserem ca. 400 Quadratmeter großen Familiengarten völlig verschwunden und wurden durch Staudenbeete, wunderschöne Rosen und viel Buchs in allen möglichen Formen ersetzt. Doch im März 2020 kam ein Virus über die Welt und wir legten, wie vor 40 Jahren, wieder Selbstversorgerbeete an ... getreu dem Motto „Keep calm & garden on“.

VORSCHAU AUF DIE MONATLICHEN KALENDERBLÄTTER

Juni 2020

Nach den Eisheiligen, die ein paar extrem kalte Mai-Nächte mit sich brachten, kam Anfang Juni die Schafskälte. Die Pflanzen hatten nun noch ein paar sehr kühle Tage auszustehen, erst danach zogen die Freilandsalatgurken „Jazzer“ ins Beet um und entwickeln sich nun langsam neben dem kleineren Rankgitter. Wir sind gespannt, wie die Ernte ausfallen wird. Der Kürbis hat sich auf seinem Hügelbeet gut eingerichtet und bekommt ab & zu eine Handvoll Bio-Dünger in Pulverform. Für die Ohrenkneifer haben wir einen umgedrehten Blumentopf mit Stroh gefüllt. Ruck Zuck zogen die ersten Kneifer dort ein. Im Beet dahinter blüht die wunderschöne weiße Pfingstrose „Jan van Leeuwen“ und auch die zweite weiße Lupine schiebt ihre prächtigen Blüten ~ in der Größe und im Umfang von Altarkerzen ~ hervor. Auf dem Foto sieht man sehr gut den direkten Vergleich von einer schmalen Gartencenter-Lupine (links) zur üppigen Züchtungs-Lupine von Westcountry mit dem klangvollen Namen „Polar Princess“ (rechts). Ansonsten freuen wir uns über tolles Wachstum bei den Kartoffeln, dem Kohlrabi und dem Mangold. Auch die ersten Radieschen waren schon erntereif. Leider beißen sich Erdflöhe durch das Blattgrün und hinterlassen überall winzige Löcher. Wir sind Johanns Rat gefolgt und haben sie mittels einer alten Socke mit Gesteinsmehl bepudert...mal sehen, ob das hilft.
Mehrtägiger Landregen hat immerhin auch die etwas tieferen Bodenschichten erreicht und das Regenfass wieder mit Wasser gefüllt. Man kann förmlich zusehen, wie der Boden aufatmet und die nächsten Keimlinge in die Höhe sprießen: Fenchel, Pastinaken, rote Zwiebeln und die Möhren müssten sich nun auch bald mal zeigen. Die Rose „Gertrude Jekyll“ steht in voller Blüte und zwei duftende Exemplare schwimmen in der aufgestellten Bienentränke. Mitte des Monats regnete es nochmals ausgiebig über mehrere Tage hinweg, sodass die „Schneiders späte Knorpelkirschen“ und Johannisbeeren bald saftig prall & erntereif waren. Auch die Salatgurken und der Kürbis nutzten die Feuchtigkeit und die nachfolgende Wärme für ihren Wachstumsschub. Lediglich einige Rosen litten unter dem Regen und verblühten sehr schnell, umso mehr freuen wir uns über die einzige Blüte der erst in diesem Jahr gepflanzten „Herzogin Christiana“. Auch die rosafarbene Sterndolde macht sich als blühende Staude sehr gut. 
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Mai 2020

Der Mai war zum Monatsbeginn viel zu trocken, kaum eine Pflanze konnte sich darüber freuen und unser 1000 Liter Regenfass war auch schon lange leer, sodass wir ab und zu mit dem Gartenschlauch sprengen mussten. Lediglich die Tomaten unter dem Dachvorsprung vom Holzschuppen fühlten sich wohl. Sie mögen keine Nässe von oben und bekam vorsorglich für die überaus kalten Nächte der Eisheiligen eine schützende Folie als Vorhang.
Am Muttertag ging ich am Lavendelfeld vorbei, es liegt direkt am Gartenteich. Zuerst sah ich die Libelle und dann ihr Gegenüber: Ein merkwürdig hässliches braunes „Tier“, auf dessen Rücken zarteweiße Fäden hingen. Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte und schoss schnell Fotos mit dem Handy. Erst daheim erkannte ich, dass ich die Metamorphose einer Libelle beobachtet hatte. Auf einem Foto sieht man sehr gut die am Rücken aufgeplatzte Körperhülle, aus der heraus sich die mindestens dreimal größere Libelle entwickelt hat, crazy! 
Die beiden Kartoffel-Versuchsreihen entwickeln sich prächtig, von beiden Seiten haben wir sie mehrmals angehäufelt. Auch sonst hat der dreitägige Landregen zum Ende des Monats dem Garten gut getan.Einige bunte Stauden und auch Kräuter blühen, eine Hummel erfreute sich an der Akelei und der bunte Mangold „Bright Lights“ wächst vor sich hin. In freue mich auf leckere indische Gemüsepfannen mit Mangold, Möhren und Tofu. 
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