| GARTENSCHNECK ~ EST. ANNO 2020 |


MONATLICHE GARTENBERICHTE

AUS UNSEREM NATURNAHEN HAUSGARTEN

IN SÜDNIEDERSACHSEN

„Im Garten wächst mehr, als man gesät hat.“

~ aus England

Herzlich willkommen und hereinspaziert! Folge einfach dem Gartenweg und sieh dich in Ruhe um.
Doch Vorsicht, hier kriechen überall Gartenschnecken herum. Die bunten Exemplare wurden vom Künstler OTTMAR HÖRL gestaltet. Die tun nix, die wollen nur spielen. Solltest du Nacktschnecken finden, darfst du sie gerne einsammeln und mitnehmen. Nicht alle SCHNECKENARTEN sind Schädlinge, deshalb bitte achtsam mit ihnen umgehen und ggf. die Pflanzenauswahl überdenken. Schneckenkorn ist ein Gift, das auch andere Tierarten oder die unter Naturschutz stehende Weinbergschnecke vernichten kann und gehört bitte nicht in einen naturnahen Garten. 
Unser 450 Quadratmeter kleiner Hausgarten befindet sich in Göttingen, in Südniedersachsen. In mittlerweile dritter Generation werden dort blühende Stauden, duftende Rosen, etliche Buchskugeln und andere Gehölze gärtnerisch versorgt. Die jüngste, vierte Generation pult bevorzugt frische grüne Erbsen aus den Schoten und hilft gerne beim Gießen. 
Mit Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 habe ich wieder, wie schon zuvor die Großeltern und Eltern, Gemüsebeete und zusätzlich ein HOCHBEET, zusammen mit Naschobststräuchern und Rhabarberpflanzen angelegt. Es ging mir dabei zum einen um die Selbstversorgung durch eigene Ernten aus dem naturnahen Garten, zum anderen diente das Gärtnern der seelischen und körperlichen Gesunderhaltung während des Lockdowns und nun auch darüber hinaus. 
Hier wird erklärt, warum THE IMPULS TO GARDEN IN HARD TIMES HAS DEEP ROOTS
Und in dieser deutschen Sammlung GARDENS IN THE TIMES OF CORONA findest du auch ein Essay von mir.
Gartentherapeut ANDREAS NIEPEL erläutert sehr gut, warum der Garten „das perfekte Übungsgelände für Katastrophen aller Art“ ist. 
Da man sich wunderbar durch andere Gärten inspirieren lassen kann, lohnt sich allemal der BLICK ÜBERN GARTENZAUN.

Über persönlichen gärtnerischen Austausch freue ich mich sehr!
Hinterlass mir dafür einfach einen Kommentar oder schreib eine SCHNECKENPOST

Allzeit eine Handbreit Erde unterm Spaten, 
Stefanie 
Ich weise hiermit darauf hin, dass alle verlinkten Seiten und die Vorstellung von Produkten und Lieferanten von Gartenzubehör, sowie die Markennennungen unbeauftragte und unbezahlte Werbung aus Überzeugung sind. Ich gehe keine bezahlten Kooperationen ein.

VORSCHAU AUF DIE KALENDERBLÄTTER


Herbstfarben, Schattenspiele und eine Gartenqualle

Der September begann ganz entspannt, da wir unsere erste Runde Buschbohnen schon eingefroren, Tomatensoße eingekocht und die Kartoffeln im letzten Monat eingelagert hatten. Dazu gesellte sich ein großer Korb voller herrlicher Boskop-Äpfel, gefunden auf einer Streuobstwiese am Dorfrand und nun unser Wintervorrat für selbst gebackenen Apfelkuchen mit viel Zimt.
Doch dann überraschte uns eine kurze Hitzewelle: Mehrtägige knapp 30*C sorgten dafür, dass unser kurz zuvor auf dem leeren Kartoffelbeet ausgesäte Spinat umgehend zu keimen begann. Wir mussten ihn nur täglich feucht halten und konnten ihm innerhalb weniger Tage quasi beim Wachsen zusehen. Die beiden Sorten MATADOR und VERDIL stehen nun im „Feldversuch“ friedlich nebeneinander und wir werden herausfinden, welche Sorte auf unserem Gartenboden besser gedeiht bzw. uns besser schmeckt. Ich träume schon von EGGS BENEDICT mit Blattspinat zu Ostern. 
Auch die zweite Runde Buschbohnen hat sich mittlerweile gut entwickelt, hier bilden sich die ersten Blüten. Durch die Hitze glaubt selbst die Freilandsalatgurke nochmals kleine Blüten nachschieben zu müssen, auch wenn wir hier auf keine Ernte mehr hoffen. 
Im Hochbeet ist es dagegen etwas eskaliert: Die „essbare Blütenmischung“ überwuchert alles und hat dem ausgesäten Salat den ganzen Raum genommen. Am kommenden Wochenende räume ich dort auf und säe Feldsalat nach...trial & error.
Die Schattenspiele der nun tiefer stehenden Sonne sind ulkig. Ich war kurz versucht, den großen Schatten auf die Schubkarre aufzuladen und zum Kompost zu fahren. Die blühenden Gräser nehmen sachte die warmen Luftbewegungen auf und die Stauden vereinigen sich in harmonischen Herbstfarben: Perlenkörbchen, Sonnenbraut, Prachtkerze, zweierlei Eisenkraut, Sonnenhut, Hortensien, Sonnenblumen und die Hagebutten einer Wildrose... eine feine Gartengesellschaft, die den Spätsommer feiert!
Gleichzeitig zeigen sich in einigen Gartenecken die ersten Anzeichen des Welkens und Vergehens, die Vorboten der Winterstille.
Während einige Gemüsesorten offenbar ein letztes Leuchtfeuer entzünden, bevor die grauen und trüben Tage einsetzen:
Unsere einzige kleine Paprika reift in einem knalligen Rot, der Kürbis wirft sein sattes Orange in die Runde und die größte Überraschung lieferte eine gekaufte frische Artischocke, die ich eigentlich kochen wollte. Sie trocknete vergessen in der Küche vor sich hin, bis ich sie auf meinen Balkontisch zur Deko in die Sonne legte. Am nächsten Morgen öffnete sie sich und ich traute meinen Augen kaum. Eine „Gartenqualle“ streckte mir ihre weichen, leuchtend lilafarbenen Tentakeln entgegen! 
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Ernteglück, Frosch und Käfer

Der August startete mit einer anstrengenden Hitzewelle um die 30*C, die Monatsmitte brachte dann wieder ergiebigen Landregen...die besten Bedingungen, um eine zweite Runde grüne Buschbohnen auszulegen! Sie wachsen in unserem Boden sehr gut (im Gegensatz zu Möhren), tragen reichlich und schmecken wunderbar, sodass die verschiedenen abgeernteten Stellen in den Beeten umgehend mit neuem Saatgut ausgelegt wurden. Damit sie gut durchstarten können, habe ich die Bohnen zuerst für ein paar Stunden in kaltem Wasser eingeweicht und dann zwei Tage lang auf feuchten Papiertüchern keimen lassen. Nun gehen sie im feucht-warmen Boden ab, wie kleine grüne Raketen und werden uns bis zum Herbst hoffentlich noch eine weitere einfrierbare Ernte ermöglichen (vor dem Einfrieren in Salzwasser mit Bohnenkraut für ein paar Minuten blanchieren und in Eiswasser abschrecken).
In den blühenden Rabatten hielten sich während der Hitze besonders gut Echinacea ~ besucht von einem GLATTSCHIENIGEN PINSELKÄFER ~ , Rudbeckia, Verbene und Hibiskus. Der Koriander fing auch an, weiß zu blühen und wurde gerne von Insekten besucht. Die Blüten kann man gut z.B. über einen Tomatensalat streuen. Unsere ROTE MURMEL trug so reichlich, dass wir ein paar Gläser würzige Tomatensoße einkochen konnten. 
Im HOCHBEET ging der Salat auf und durch die dichte Aussat hielt sich die Feuchtigkeit sehr gut in der Pflanzerde. Wir mussten trotz der Hitze nur wenig gießen und konnten auch im „normalen“ Gemüsebeet ein paar schöne Kopfsalate ernten, die ausnahmsweise nicht vom Kleingetier angefressen wurden.
Ansonsten stand noch das Sammeln und Trocknen von Saatgut für’s nächste Gartenjahr an. Die „Jungfer im Grünen“ bildet auch im verblühten Zustand hübsche Samenkapseln. 
Unser Freund der TEICHFROSCH hat seit dem Frühling ordentlich an Gewicht zugelegt. Seinen Lieblingsplatz am Teichufer verlässt er nur, um eine erfrischende Runde mit den Goldfischen zu schwimmen oder (mal wieder) erfolglos mit einem Bauchklatscher einer vorbeifliegenden Libelle nachzuspringen. Dreimal hintereinander konnte ich ihm dabei zusehen...naja, wenn‘s ihm Spaß macht, warum nicht?!
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