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Kartoffeln, Sämlinge und 1 Jahr Corona

Eigentlich gäbe es einen 1.Geburtstag zu feiern, denn vor einem Jahr stieß ich beunruhigt den alten Spaten meiner Großeltern hinter dem Haus in den Rasen, begann Gemüsebeete anzulegen und zeitgleich Kalenderblätter für diesen Blog zu schreiben.
Über den CORONAVIRUS SARS-COV-2 wusste man noch viel zu wenig, um die täglichen Nachrichten in den sich gravierend verändernden Alltag einordnen zu können. Selbst meine subjektive Wahrnehmung verschob sich, vieles schien plötzlich bedrohlich und fremd. Ich verspürte das dringende Bedürfnis, Kartoffel- und Gemüsevorräte anzulegen - „wer weiß, was demnächst knapp wird“...
In den Supermarktregalen fehlte dann überraschenderweise nur das Klopapier und irgendjemand schickte mir dieses kurze VIDEO.
Damals habe wir darüber gelacht und parallel unsere Pflanzkartoffeln gesetzt. Mittlerweile ist mir oft weniger nach Lachen und schon gar nicht nach Geburtstag feiern zumute. Was ist bloß mit der Menschheit los? Geldgier, Leugnung, Lug & Trug waren schon immer unter uns, doch diese Krisensituation scheint ein Katalysator für einen weiteren Werteverfall zu sein... vielleicht bin ich auch einfach nur müde.
In diesem Monat greife ich in dieselbe Saatgutkiste des vergangenen Jahres, ziehe Kohlrabi, verschiedene TOMATEN und die Chili-Sorte „Hot Chocolate“ vor und säe übriggebliebene Schälerbsen als Microgreens aus. Während erneut einige Pflanzkartoffeln in Eierkartons vorkeimen und ich täglich die winzigen Sämlinge auf der Fensterbank beobachte frage ich mich (die nicht neue Frage), ob Pflanzen nicht die besseren Menschen sind?

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